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Corona Krise und Quarantäne

Ich muss zugestehen das ich die Situation bezüglich der Ausbreitung des Corona Virus anfangs definitiv unterschätzt habe.

 

Sicherlich hängt dies auch damit zusammen, dass ich weder Fernsehen schaue noch regelmäßig Nachrichten höre oder lese. Dies liegt daran, dass ich kein Vertrauen in

die Berichterstattung der Medien habe und versuche einen "gesunden Abstand " zu all den negativ Meldungen zu halten.

 

Zudem war ich ja gerade auf meiner Rundreise durch Norwegen unterwegs und dementsprechend abgelenkt, als sich die Lage auch in Europa immer mehr zuspizte.

 

Dennoch wurde auch mir die Ernsthaftigkeit der Lage spätestens in der Arktis bewusst, als auch dort Tag für Tag immer mehr Museen, Restaurants, Geschäfte und Aktivitäten geschlossen wurden und mich zahlreiche Nachrichten von Freunden erreichten, ob es mir gut ginge und ich noch einen Rückflug nach Deutschland bekäme...Ich hatte tatsächlich großes Glück den letzten Flug aus Tromso zurück nach Hamburg antreten zu können, bevor wenige Stunden später in Norwegen alle Flughäfen geschlossen wurden.

 

 

Quarantäne in Hamburg

Kaum zurück in Hamburg begann für uns durch die Rückkehr der Kinder aus Österreich die zweiwöchige Quarantänezeit. Die Kinder waren mit ihrem Vater und seiner Lebensgefährtin in Lech zum Skifahren gewesen und hatten Kontakt mit Freunden, welche, wie sich später herausstellte, positiv auf Corona getestet wurden.

 

Wir befinden uns inzwischen seid fast drei Wochen in häuslicher Quarantäne und können uns sehr dankbar schätzen so ein schönes Zuhause mit Garten zu haben. Auch unser soziales Netzwerk von Freunden und Nachbarn bezüglich Einkaufen und Co funktioniert mehr als gut. So bekommen wir inzwischen sogar warmes und frisch gebackenes Brot und Kuchen an die Tür geliefert und werden richtig verwöhnt. An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an meine Freundin Jazz, Nachbarin und beste Köchin weit und breit.

 

Alle Nachbarn sind gegenseitig sehr hilfsbereit und der Zusammenhalt wächst trotz social distance gefühlt immer mehr. Gegenseitig wird sich erkundigt ob es allen gut geht, wie man einander unterstützen kann und positive Texte und creative Ideen und Nachrichten werden ausgetauscht.

 

Trotzdem ist und bleibt die Situation komisch. Leute nur aus der Distanz oder über FaceTime oder Skype zu sehen, nicht mehr alles jeder Zeit zur Verfügung zu haben, sich Zeit und Lebensmittel sinnvoll einzuteilen...

 

Manchmal fühlt es sich ein bißchen an wie täglich grüßt das Murmeltier. Zum Glück scheint neuerdings in Hamburg dafür aber fast jeden Tag die Sonne:-)

Tagesstruktur

Ich muss sagen das uns nun unsere Erfahrungen der Weltreise mit homeschooling und 24/7 tatsächlich sehr   zu Gute kommen. Die Situation fühlt sich für uns sehr vertraut an, nur die Freiheit und die Abenteuer fehlen.

 

Wie auch schon auf Weltreise habe ich bereits am ersten Tag eine Tagesstruktur mit festen Lern- und Essenszeiten aufgestellt, die bis Dato gut sichtbar an unserem Kühlschrank hängt und auch überwiegend eingehalten wird.

 

Hinzu kommt trotz Protest der Kinder ein medienfreier Tag, dafür aber auch ein schulfreier Tag. Und da die Kids nun so viel zuhause sind, beziehe ich sie auch mehr in den Haushalt ein, als jemals zuvor.

 

In der Vergangenheit habe ich Ihnen vieles abgenommen und das meiste während ihrer Abwesenheit erledigt, was zur Folge hat das diese Dinge weder gesehen noch anerkannt oder wertgeschätzt wurden.

 

 

 

Seitdem die Kinder selbst mal den Staubsauger in die Hand nehmen müssen, das Haus selbst wischen oder die Geschirrspülmaschine ausräumen oder kochen, gehen sie auch sorgsamer und wertschätzender damit um und ich bin froh das ich nun mehr Hilfe habe und nicht mehr alles alleine machen muss:)

 

Außerdem entsteht zusätzlich Zeit und Raum für gemeinsame creative Projekte, Gesellschaftsspiele, Garten- und Hausarbeit und täglich ein Zeitfenster für frische Luft und Bewegung. Die Kinder sind nicht für Alles immer leicht zu begeistern, jedoch macht es am Ende doch meistens (nicht immer!) Allen Spaß, wenn man sich erstmal durchgesetzt hat. Das ständige Diskutieren mit zwei Möchtegern- Teenagern nervt trotzdem und ich merke wie wichtig es für mich ist mir auch Freiräume zu schaffen und zum Beispiel mal alleine eine Runde Fahrrad zu fahren oder Spazieren zu gehen. 

Homeschooling

Auch die Schule versucht sich bestmöglich der neuen, herausfordernden Situation anzupassen und sich mehr und mehr digital aufzustellen und die Kids mit entsprechendem Unterrichtsmaterial zu versorgen.

 

Die Kinder finden ihr Material nach Fächern und Klassenstufen unterteilt bei Google drive hinterlegt und haben auch eine eigene Pinnwand, an welcher Sie alle für sich relevanten Informationen zu den verschiedenen Fächern finden und dort sogar auch direkt mit ihren Lehrern kommunizieren können. Außerdem gibt es regelmäßige Zoommeetings gemeinsam mit Lehrern und Klassenkameraden. Dieses Angebot gefällt den Kindern besonders gut und gleicht ein Stück weit die fehlenden sozialen und persönlichen Kontakte aus. Außerdem lernen die Kinder dadurch immer mehr über digitale Kommunikation, Organisation und Interaktion. So haben sie inzwischen auch ihre ersten eigenen Emails geschrieben und einen eigenen Skypeaccount.

 

 

Es gibt bestimmte Abgabetermine für bestimmte Aufgaben. Einiges muss dazu auch ausgedruckt, schriftlich bearbeitet und per Mail wieder eingereicht werden. Dazu haben wir zusätzlich noch einen großen Ordner für die entsprechenden Fächer angelegt. Das klappt alles ganz gut, ist aber auch für uns Eltern, je nachdem wie selbstständig das Kind arbeitet/arbeiten kann, mehr oder weniger aufwändig. Teilweise muss man selbst sich erst wieder mit Themen vertraut machen, die schon eine ganze Weile zurückliegen, bevor man es seinem Kind richtig erklären und vermitteln kann. Und obwohl man doch eigentlich nun so wahnsinnig viel Zeit haben sollte, so fühlt es sich trotzdem manchmal so an als komme man zu nichts..

 

Für Eltern ist dies aber auch eine große Chance zu erkennen und zu prüfen, wo ihr Kind eigentlich wirklich steht, wie, was und wann es am besten lernen kann und es bestmöglich zu unterstützen und bestehende Lücken ggf. auszugleichen.

Ich erinnere mich noch welch große Herausforderung das Lernen mit meinen Kindern am Anfang der Weltreise für uns Alle war. Es hat ein wenig gedauert, bis wir uns als "Lernteam" eingespielt hatten und die richtigen Zeiten und Rahmenbedingungen schaffen konnten und am Anfang dachte ich das klappt doch nie, hat es dann doch und mit der Zeit besser und besser. Ich denke das man in kürzerer Zeit oft viel effektiver Lernen kann und das Kind so direkt dort unterstützen kann , wo es Hilfe benötigt, anders als mit 25-30 anderen Kindern in der Klasse...mir reichen eigentlich schon meine Beiden;-)Respekt an dieser Stelle an die Lehrer, die es auch oft alles andere als leicht haben!

get creative

Seid wir in Quarantäne sind habe ich fast jeden Tag mit Noah Fussball im Garten gespielt..das hab ich vorher so gut wie nie gemacht. Außerdem macht jeder für sich wenn auch unregelmäßig Sport in irgendeiner Form und immer öfter schaffe ich es sogar zu meditieren.

 

Manchmal spielen wir Gesellschaftsspiele , wozu wir sonst meist nur in den Ferien kommen und neulich haben wir fast einen ganzen Tag an Visionboards gearbeitet.

 

Ich habe noch ein paar positive Affirmationen für uns aufgeschrieben und diese am großen Spiegel im Badezimmer platziert. So bringt es nun auch wieder Spaß in den Spiegel zu schauen und die Zeit beim Zähneputzen lässt sich super vertreiben. Ich hoffe das die Kinder die positiven Glaubenssätze dadurch mehr und mehr verinnerlichen und ich somit ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl und stärken kann.

social distancing

Für die meisten Menschen ist das Thema social distancing eine ziemliche Belastung. Besonders für Menschen die alleine leben und nun nicht die Möglichkeit haben sich mit anderen zu treffen. Ältere Leute benutzen ja auch meist weniger digitale Medien und fühlen sich dadurch schneller einsam. Zudem gehören Sie zur Risikogruppe und sollten daher so wenig wie möglich selbst einkaufen gehen etc.

 

Ich finde besonders in dieser Zeit sollte man diesen Menschen bestmöglich helfen und sie unterstützen. Oft freuen sie sich schon sehr, wenn man sich ein bißchen Zeit für ein unerwartetes Telefonat nimmt. Neulich habe ich meinem älteren alleinstehenden Nachbarn ein für mich besonderes Buch "Gespräche mit Gott" vorbeigebracht und er hat sich sehr gefreut. Mit kleinen Taten und Überraschungen kann man nun vielen Menschen ohne viel Aufwand den Tag versüßen. Als nächstes ist bei mir der Postbote dran, der bekommt eine Karte und Schokolade:-)

 

Das schöne daran anderen eine Freude zu bereiten ist, dass man sich selbst damit auch eine Freude bereitet und am schönsten ist es wenn die Menschen nicht damit rechnen. Oft spenden wir Gelder für den guten Zweck und an Organisationen, zum Beispiel für Natur und Umwelt, jedoch ist es ein anderes Gefühl die Freude im Gesicht eines Menschen zu sehen oder direkt zurück kommuniziert zu bekommen. Giving is living und eigentlich heißt es ja jeden Tag eine gute Tat...Ich werde versuchen das Geben in Zukunft mehr und nicht nur in Krisensituationen in meinen Alltag zu integrieren. Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die auch gar kein Geld kosten, ein Lächeln, eine nette Konversation, ich übe mich darin besonders mit älteren und fremden Menschen und grüße sie einfach, lächele sie an und sage "Bleiben Sie gesund!" Die sind dann manchmal kurz irritiert , freuen sich dann aber und strahlen zurück<3

positives Mindest und Ausgleich

Bei all den negativ Schlagzeilen und Meldungen, nicht nur während oder bezogen auf die Corona-Krise, muss man sich wirklich schützen und Distanz halten. Unser Gehirn saugt alles auf wie ein Schwamm ohne Filter und wirkt noch lange im Unterbewusstsein nach. Oft ist uns dann garnicht bewusst, weshalb wir nicht einschlafen können, oder schlecht träumen.

 

Ängste werden uns so zum Teil bewusst eingepflanzt, anderes wird gezielt nicht kommuniziert und vertuscht und unterm strich leben die Medien nunmal von Skandalen und Negativmeldungen. Positive Dinge rücken seltener in den Vordergrund. Umso wichtiger sich innerlich einen geschützen Raum mit einem positiven und gestärktem Mindest zu erschaffen.

 

Dies Beginnt erst einmal mit dem Bewusstsein dafür, seine eigenen Gedanken wahrzunehmen und wie ein Beobachter von außen zu betrachten. Hat man sich darin geübt, kann man trainieren seine Gedanken positiv auszurichten und damit auch mehr und mehr positive Dinge im eigenen Leben (im Außen) zu manifestieren .

 

Im Grunde genommen trainiert man seinen Geist, so wie andere beispielsweise ihren Körper. Die Grundvorraussetzung ersteinmal wieder Zugang zu seiner eigenen inneren Welt zu bekommen sind Ruhe und Zeit ohne Ablenkung. Für viele bietet sich dazu insbesondere während dieser Krise, in welcher sowieso Ausgangssperre besteht, die Chance sich diese Zeit für sich selbst zu nehmen.

 

Andere struggeln umso mehr zwischen Arbeit, Homeoffice, Haushalt und Homeschooling und finde daher nur wenig Zeit für sich selbst und alleine. Doch auch und besonders in diesem Fall ist es wichtig sich Auszeiten alleine zu schaffen. Ob es eine halbe Stunde meditieren, joggen oder in Ruhe in die Badewanne gehen ist.

 

Beide Extreme sind eine Herausforderung . Viele fühlen sich alleine und einsam und langweilen sich, andere wünschten sich bloß einen ganz kleinen Moment Auszeit für sich ganz allein. Ich kenne diese gegensätzlichen Gefühle sehr gut, da ich immer wieder kinderfreie Zeiten habe, die einen großen Kontrast zu der Zeit mit den Kindern aufzeigen. Wie alles im Leben hat beides seine Vor und Nachteile. Dementsprechend versuche ich mich jeweils auf das positive zu besinnen und die Zeit zu genießen und sinnvoll zu nutzen.

 

Die Verbindung zu dir selbst wirst du allerdings nur über die Stille und Zeit mit Dir alleine finden . Daher schätze ich meine kinderfreie Zeit, auf Reisen oder auch zuhause sehr, und empfinde es als Luxus mich während dieser Zeit besonders gut mit mir selbst verbinden und beschäftigen zu können.

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