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Jamaika

Ochos Rio

Von Miami aus hatten wir einen relativ kurzen und direkten Flug nach Jamaika von ich glaube ca 2-3 Stunden. Als wir Montego Bay am Abend erreichten, erwartete meine Soulsister und Patentante der Kinder, Sina, uns bereits am Flughafen.

 

Von dieser Überraschung wussten die Kids zuvor nichts und konnten es erst garnicht glauben. Umso größer war die Freude und Vorfreude auf die nächsten zwei Wochen, welche wir gemeinsam auf Jamaika verbringen würden. Unter anderem wollten wir auch Noahs Geburtstag dort feiern und es uns nochmal richtig gut gehen lassen, Karibische Strände genießen und einfach nur sowas wie Urlaub machen;-)

 

Vom Flughafen aus machten wir uns auf direktem Wege mit einem Taxi auf den Weg zu unserer neuen Unterkunft in Ochos Rio. Mittlerweile war es schon dunkel und der Weg dauerte eine gute Stunde. Unsere einzige Gelegenheit auf dem Weg noch etwas zu Essen, bevor wir am nächsten Tag Einkaufen gehen würden, war ein KFC auf dem Weg.

 

Der Fahrer hielt und wärend Sina und Jolie im Auto warteten, gingen Noah und ich in den abgerockten Laden in dem sich mindestens 40 Jamaicaner und kein einziger Weißer oder Touristen aufhielten. Die Schlange derer, die bereits auf ihr Essen warteten, war unglaublich lang und Alle musterten uns mit neugierigen Blicken. Für uns eine ungewohnte Situation und da Jamaika auch nicht ganz ungefährlich ist, fühlten wir uns nicht besonders wohl..nach 15min Wartezeit bat ich die Frau hinter dem Tresen uns das Essen vorzeitig rauszugeben, da im Auto mehrere Leute auf uns warteten , was sie dann auch tat und weshalb wir verständlicherweise nicht gerade freundlicher angeschaut wurden. Unser Driver war auch ganz verwundert das es „nur“ 20min gedauert hatte..und wir machten uns schnell aus dem Staub!

 

Unsere Unterkunft in Ochos Rio war phantastisch. Ein Appartement in den Columbus Hights mit Pool und Blick aufs Meer, liebevoll eingerichtet und ausgestattet.

Peter versorgte uns noch am selben Abebd mit allem was wir benötigten und wir verbrachten insgesamt eine super schöne und entspannte Woche dort. Größtes Highlight waren für uns die Dunn’s River Falls, ein bekannter Wasserfall der am Strand endet und den man über viele Steine hinaufklettern kann. 

 

Und wieder einmal hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt. Als wir den Wasserfall morgens um 8h als erste Gäste erreichten war alles noch leer , ruhig und unberührt und wir konnten ganz alleine und in aller Ruhe hinaufklettern. Später wurde der Wasserfall wortwörtlich überlaufen von zahlreichen Touristen und merkwürdigen Kreutzfahrtpassagieren, die sich in großen Massen und händchenhaltend mit albernen Guides auf den Weg machten den Wasserfall zu bezwingen..Time for us to go.

 

Mit einem weiteren Ausflug, den ich mir habe am Stand ausquatschen lassen, sind wir ganz schön auf die Nase gefallen..beinhalten sollte dieser einem Besuch der Blue Mountains und der bekannten Kaffee und Obstplantagen, den James Bond Beach und die blaue Lagune, welche ebenfalls beide aus Filmen sehr bekannt sind. Der Ausflug sollte von morgens um 9 bis abends um 20h gehen und Lunch und Früchte inkludieren. Ebenfalls hatten wir mit dem Driver ausgehandelt uns nächste Woche die 3 STD nach Negril zu bringen und hatten uns auf einen Preis von insgesamt 360€ für alles zusammen geeinigt und ihn dahingehend schon ordentlich runtergehandelt.

 

Um das Drama mal zusammenzufassen war der Guide mehr als nur schlecht organisiert, Time Management war so gut wie nicht vorhanden, Strände und Lagune konnten so gut wie nicht betreten werden und „Mittagessen“ holte er nach mehreren verzweifelten Versuchen etwas Vegetarisches zu finden um 17h nachmittags irgendwo von der Straße und wir aßen das bisschen Reis im Stehen und während wir mit ihm darüber diskutierten was alles schief gelaufen war, während die Kids fast verhungert wären. Von Einsicht keine Spur, die Stimmung war im Arsch, alle waren enttäuscht und wollten einfach nur noch nach Hause. "Nur noch nach Hause" bedeutet von der blauen Lagune aus Schlappe 3-4Std und so erreichten wir Ochos Rio erst gegen 22h. 


Nachdem alles schief gelaufen war wollten wir ihm noch nicht das ganze Geld geben und der Trip nach Negril war ja auch noch offen, gaben ihm auf sein Drängen aber 260€ und drängten ihn wiederum sich an unseren Deal uns nach Negril zu bringen zu halten. 

 

Am besagten Tag kam zwar sein Fahrer, wollte uns dann aber nicht für die noch vereinbarten 100€ nach Negril bringen, sodass wir nach weiteren unnötigen Diskussionen schließlich den Bus nach Negril nehmen mussten.

 

Die Mentalität der Jamaikaner hat mir ehrlich gesagt allgemein garnicht gefallen! Überall wird man angequatscht, jeder will mit einem einschlagen und abklatschen und natürlich nicht zuletzt irgendwas verkaufen oder irgendwie an Geld kommen. 

 

Die Menschen waren echt aufdringlich und sehr oberflächlich..es wird viel geschnackt und nur wenig getan, da wird viel erzählt von Love, Peace, Respect aber alles wirkt nur auf den eigenen Nutzen ausgerichtet. Umsonst gibt es hier garnix, selbst wenn einer mit ner Guitarre um die Ecke kommt und spielt, du kurz guckst ( jeder Blickkontakt bedeutet hier zwangsweise eine Konversation oder ein Angebot in irgendeiner Form)..ich fand das sehr Schade und Jamaika könnte trotz seiner wunderschönen Seiten so garnicht mein Herz gewinnen.

 

Natürlich kann und will ich hier nicht alle über eine Kamm scheren, Ausnahmen wie Peter bestätigen die Regel und es gibt überall solche und solche Menschen, vielleicht haben wir einfach Pech gehabt und sind überwiegend an die falschen geraten...dennoch hatte wir eine tolle Zeit, mit viel Reggae Music, wunderschöner Natur und tollem Wasser , Wetter und Stränden:-)

 

Vor allem zeigt aber dieses Beispiel zwei ganz wichtige Punkte:

 

1.) ist natürlich alles längst nicht immer nur oder so schön und einfach wie es auf den schönen Bildern beispielsweise bei Instagram aussehen mag. Vielmehr gibt es immer auch backgroundstories, die mit Herausfoderungen und auch weniger schönen Seiten des Reisen einhergehen. Hier in dem Blog versuche ich auch regelmäßig entsprechende Einblicke zu geben, wohingegen auf Instagram meist die schönen Seiten und vor allem schöne Bilder und weniger Texte im Vordergrund stehen.

 

2.) stehen beim Reisen eben auch und vor allem die Erfahrungen mit den Menschen , die man in den entsprechenden Ländern macht und die man dort kennenlernt im Vordergrund und machen die Reise, den Aufenthalt und das Land zu dem was es für dich ist, was du damit in Verbindung bringst, woran du dich erinnerst, die Erfahrungen und Erlebnisse die du mit anderen teilst und geteilt hast, positiv wie negativ und machen es für dich somit zu etwas Besonderem und Individuellem.

Negril

Negril ist ein wunderschöner, aber auch ebenso touristischer Ort wie Ochs Rio. Vielleicht hätten wir einen anderen Eindruck von Jamaica bekommen, wenn wir in weniger touristische Orte gereist wären, wie wir es ja auch des öfteren auf unseren Reisen getan haben. 

 

Auf Grund der allgemeinen Sicherheitslage und weil wir einfach mal nur Urlaub machen wollten und auch kein Auto und somit ziemlich unflexibel waren, haben wir uns im Falle von Jamaica aber tatsächlich auf diese beiden touristischen Orte beschränkt und haben somit wahrscheinlich nicht den authentischsten Einblick bekommen.

 

Gefallen hat es uns besonders in unserem echt mega schönen kleinen Hotel "White Sands" direkt am 7 Mile in Negril trotzdem sehr! Wir hatten ein kleines autarkes Appartment, in dem wir uns selbst verpflegen und kochen konnten und zu Noahs Geburtstag sogar unseren eigenen Kuchen backen konnten.

 

Vom absolut traumhaften Strand trennten uns gerade mal 20 meter. Der Strand war auch sehr leer und dazu noch total weitläufig und in dem kristallklarem, türkisem Wasser haben wir Rochen und Seesterne gesehen. Leider auch einen Jellyfisch, der Jolie unglücklicherweise direkt in den ersten Tagen streifte (ich glaube das kommt aber relativ selten vor).


Zum Glück stellt das Hotel nicht nur kostenfrei Liegen zur Verfügung sondern auch eine große Auswahl an Luftmatratzen in allen erdenklichen Farben und Formen, mit denen man sich gut und sicher über Wasser halten und sicher auf dem Wasser bewegen kann;-)

 

Manchmal hat es tagsüber kurz geregnet, ich erinnere mich an einen Nachmittag an dem ich im warmen Sommerregen auf der Luftmatratze glücklich vor mich hinschipperte und mir bewußt wurde das ich noch nie zuvor im Regen auf dem Meer getrieben war..es war irgendwie eine sehr glückliche kleine Momentaufnahme . Ich mag Regen, solange er warm ist sowieso und das Geräusch der prasselnden Tropfen in dem Fall aufs Meer und meinen ganzen Körper werde ich nie vergessen. Wie so oft sind es die kleinen Dinge, die einen doch irgendwie am glücklichsten machen.

 

Insgesamt ist Jamaica ziemlich entspannt, vielleicht liegt es daran das die Menschen dort so viel Gras rauchen wie anderswo Zigaretten. Überall riecht es nach Marihuana und Reggae Musik und Weed gehören hier zum sehr präsenten und existenziellem Alltag. Zudem ist Gras hier günstiger als Tabak, weshalb die Leute meist pur rauchen und eben auch lieber Joints als Zigaretten. Auch Zigarren stehen hier neben Kaffee und Rum hoch im Kurs und sind besonders bei den Touristen sehr beliebt.

 

Negril und insbesondere das "White Sands" wäre für mich die optimale Wahl für einen entspannten Pärchenurlaub inmitten einer traumhaften Kulisse. Für und mit den Kids schon fast ein bißchen langweilig, weshalb wir uns oft mit Gesellschaftsspielen beschäftigt haben. Meine Kinder langweilen sich inzwischen schnell am Strand und sind auch nicht mehr im Alter von Sandburgenbauen.


 Während ich einfach stundenlang genießen und chillen könnte, lesen würde etc fordern sie ständig Aufmerksamkeit, Medien oder Aktivitäten ein, was manchmal echt anstrengend ist! Die Kids sind einfach overloaded von den schönsten Stränden dieser Erde an denen wir in den vergangenen Monaten sehr viel Zeit verbracht haben . Mir würde das nie passieren..ich kann von Strand, Sonne und mehr nieeeemals genug bekommen und brauche auch nicht viel mehr um glücklich zu sein.


 Ebenso ergeht es uns mit Sonnenaufgang- und Sonnenuntergängen. Die Kinder können absolut nicht verstehe weshalb ich keinen Sonnenuntergang verpassen will und erst recht nicht weshalb ich für jeden Sonnenaufgang gerne früh aufstehe. Für mich sind dies die schönsten Zeiten des Tages, jedesmal wieder einzigartig, still und wunderschön. Forever the girl who is exited about sunsets and sunrises<3

Zum Glück war da ja noch Sina die diese Vorliebe gerne mit mir geteilt hat:-)

 

 

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