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Wie es dazu kam...new beginnings

Eigentlich wollte ich schon immer gerne mit der Familie reisen, damals , als die Kids noch im Kindergarten waren und wir noch mit Papa , Hund und Katze in Winterhude lebten und Studenten waren, träumte ich von einer Reise mit dem Wohnmobil durch Europa. Eine Kompromisslösung um Abenteuer und Freiheitsdrang mit allen Beteiligten gemeinsam irgendwie umsetzten zu können.

 

Dazwischen kamen Uni, Hausbau,Trennung nach 14 gemeinsamen Jahren, Arbeiten und die Kids inzwischen in der Schule. Ich dachte somit ich habe den "optimalen Zeitpunkt" wohl verpasst und muss nun warten bis die Kids mit der Schule fertig und aus dem Haus sind. Zu recht habe ich mich vielmehr erstmal darauf konzentriert unser neues Lebensmodell zu dritt neu zu organisieren und zu stabilisieren. Es war keine einfach Zeit, in der ich mich oft hin und hergerissen Gefühlt habe zwischen den vielen unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen aller Anderen um mich herum.

 

Auch der Hund und die Katze wurden älter und kränker und sind beide nach einem langen und glücklichen Leben 2017 von uns gegangen . Ein wundervoller Lebensabschnitt mit den Tieren , welche ja noch vor den Kindern da waren, ging damit zu Ende und die beiden fehlen mir noch immer sehr.  Wegen der Tiere sind wir zuvor selten weit oder lange gereist und waren oft sehr unflexibel. Jedoch auch für die Kinder eine sehr wertvolle Erfahrung mit Hund und Katze aufwachsen zu dürfen. Sie haben früh gelernt auch Verantwortung zu übernehmen, Rücksicht zu nehmen und waren bei Wind und Wetter immer draußen.

 

Dennoch war es für mich, insbesondere dann als Alleinerziehende mit Job, kleinen Kindern, alten Tieren, Haus und Garten eine sehr anstrengende Zeit mit viel Verantwortung und Herausforderungen. Für mich selbst blieb kaum Raum für irgendwas, ich habe funktioniert, bin täglich von A nach B gehetzt, um irgendwie alles halbwegs gut unter einen Hut zu bekommen und bin abends völlig erschöpft ins Bett gefallen. Schlafen konnte ich trotz der großen Müdigkeit nur wenig und schlecht, zu viele Gedanken, unendliche To-do-Listen und Sorgen kreisten in meinem Kopf. Ich fragte mich schon zu diesem Zeitpunkt wie lange ich dieses stressige Lebensmodell in der Form aufrecht erhalten konnte und wollte und suchte nach Alternativen, für dessen Umsetzung mir aber Energie und Zeit fehlten.

 

Dies änderte sich mit meiner Kündigung im Personalbereich schlagartig und nachhaltig. Noch im Schockzustand und ohne zu wissen wie es weitergehen sollte entschloss ich mich ersteinmal zu flüchten um zurück zu mir zu finden und buchte sehr spontan und kurzfristig eine Reise nach Ägypten. Die Kinder waren zu dieser Zeit mit Ihrem Vater unterwegs und somit machte ich meine allererste Reise ganz alleine. Ein echter Wendepunkt in meinem Leben und die Erfahrung alleine zu reisen möchte und kann ich an dieser Stelle wirklich nur JEDEM empfehlen! Die Kündigung stellte sich dann schnell als genau richtig für mich heraus. Ich hatte auch selbst vorher schon mit dem Gedanken gespielt mich langfristig beruflich verändern und neu aufstellen zu wollen, hatte aber aus Bequemlichkeit oder mangelnder Energie noch keine Schritte in diese Richtung unternommen. In so fern kam die Kündigung für mich rückblickend genau zum richtigen Zeitpunkt und war mehr ein Segen als ein Fluch. Die Reise allein war der beste Einstieg für mich um meine Wünsche und Ziele beruflich wie privat neu zu definieren und in den folgenden Monaten die Zeit hierfür optimal zu nutzen und genau das habe ich auch getan.

 

Es ist wahnsinnig wichtig und wertvoll, mal ganz auf sich alleine gestellt zu sein und auch den Raum zu finden sich ohne Ablenkung von Familie, Freunden, Alltag und Verantwortung mit seinen eigenen Wünschen, Vorstellungen und Zielen wieder neu auseinander zu setzen. Nebenbei ist man viel offener für neue Kontakte und Begegnungen. Auf dieser Reise habe ich eine Menge an Erfahrungen und Erlebnissen mitnehmen können, die ich auf keinen Fall missen möchte. Aber vor allem war sie der Anstoß für eine große Bewusstseinsveränderung , welche dort in mir stattgefunden hat.

 

Als ich zurück kam wusste ich, das ich die Dinge, welche mir wichtig sind nicht mehr aufschieben will. Das das Leben noch einiges für uns bereithält. Das das Ende im Job gleichzeitig ein Neuanfang sein könnte. Das ich die Chance der Neuorientierung nutzen möchte um mein ganzes Leben anders und neu zu gestalten. Ich habe mich daraufhin mit MyCoaching4you selbstständig gemacht und möchte in Zukunft  Frauen auf Ihrem eigenen Herzensweg, in ihrer eigenen Transformation begleiten, motivieren und unterstützen. Ich möchte aufzeigen, wie man besonders an Krisen und Herausforderungen wachsen kann, anstatt daran zu zerbrechen. Ich wünsche mir langfristig freiere und flexiblere Rahmenbedingungen und möchte ortsunabhängig leben und arbeiten können.

 

Auch für die Kinder wünsche ich mir eine freiere und selbstbestimmtere Kindheit und Jugend mit mehr Raum für die tatsächlichen Interessen und die Möglichkeit und vorallem Zeit diesen tatsächlich auch nachgehen zu können.

Den Kids bleibt heutzutage im stressigen Alltag zwischen Ganztagsschule, Hausaufgaben und teilweise aufgezwungenen Hobbys kaum Zeit zum Spielen, nachdenken und entdecken. Stattdessen fordern die verwöhnten Kids der heutigen Gesellschaft zunehmend Konsum und digitale Medien ein um in fiktiven Spielen Superhelden sein zu dürfen, sich aus dem realen Leben mit seinen Anforderungen zu flüchten und sich nicht hauptsächlich über Schulnoten und Co definieren lassen zu müssen. Verabredungen müssen teilweise Wochen im Voraus ausgemacht werden. Es gibt wenig Spielraum im wahrsten Sinne des Wortes und nur wenig Spontanität.

 

Ehrlich gesagt stelle ich zunehmend unseren ganzes System insbesondere das der Leistungs- und Konsumgesellschaft und die Manipulation durch die Medien in Frage. Immer vor dem Hintergrund was ein gesundes und glückliches Leben denn wohl langfristig ausmacht und beschäftigte mich mit Studien über Glücksforschung und das Leben und die Rahmenbedingungen in anderen Ländern im Vergleich. Auch Sterbeforschung und der Rückblick und die Bewertung alter, kranker oder sterbender Menschen gibt Einblicke in das, was am Ende zählt, das was wichtig war, das was bleibt...Was braucht man wirklich und was nicht? Sind (gemeinsame) Erfahrungen nicht viel wertvoller und wichtiger als Dinge zu besitzen? Eigene Erfahrungen kann einem niemand mehr nehmen, sie bleiben und werden später Erinnerungen.

Da ich in meinem eigenen Leben schon viele frühe und einschlägige Verlusterfahrungen gemacht habe und seid meinem 18.Lebensjahr ohne Eltern oder Geschwister auf mich selbst gestellt war, habe ich vielleicht in einigen Bereichen eine andere Sicht auf das Leben und auf das , was für mich existentiell und wichtig ist.

 

Das hört sich jetzt vielleicht alles etwas radikal und schwarzgemalt an, natürlich ist nicht alles nur schlecht , ganz im Gegenteil, jedoch finde ich es wichtig soziale und gesellschaftliche Strukturen in regelmäßigen Abständen auch immer mal wieder für sich und die Familie kritisch zu hinterfragen und mit Alternativen zu vergleichen. Auch das ist neben einigen anderen Dingen der Hintergrund dieser Reise für mich. Ich bin selbst gespannt wie ich in einem Jahr darüber denken werde. Vielleicht kann ich danach wieder einiges für mich relativieren, weiß Deutschland wieder anders zu schätzen? Im Moment kann ich selbst noch garnicht einschätzen wie sich Alles auf uns auswirken und entwickeln wird und lasse es einfach auf mich zukommen.

 

Ich bin davon überzeugt das die Stärkung des eigenen Mindsets in Hinblick auf die Dinge, welche man sich wünscht und erreichen möchte existentiell wichtig ist. Wir erlegen uns selbst ständig Grenzen auf, bewegen uns lieber in der scheinbaren Sicherheit und trauen uns oft nicht aus unserer eigenen Komfortzone. Erst wenn wir anfangen an uns selber zu glauben und daran bestimmte Dinge umsetzen und erreichen zu können ebnet sich ein Weg, den wir zuvor vielleicht nie für möglich gehalten hätten. Dies ist der entscheide Wendepunkt ins tatsächliche Handeln zu kommen und Wünsche und Ziele Wirklichkeit werden zu lassen und die wertvolle Zeit, die wir haben hier auf dieser schönen Erde haben, sinnvoll für uns zu nutzen. Auch hier zählen Taten mehr als Worte.

 

So wie diese Reise nun Wirklichkeit für uns wird! Noch vor wenigen Jahren war ich noch meilenweit davon entfernt und hätte nicht mal gewagt davon zu träumen. Ich wusste noch nicht einmal wie ich ohne Mann und Vater ALLEINE mit den Kids und Co klarkommen sollte. Es gab viele Dinge die ich mir nie zugetraut hätte. Doch je öfter ich mich aus meiner Komfortzone bewegt habe, umso mehr bin ich daran gewachsen und habe vieles geschafft und erreicht was ich mir vorher niemals zugetraut hätte. Ähnliche Erfahrungen wünsche ich mir auch für meine Kinder. So entstand erstmals wieder der Wunsch die Welt, trotz inzwischen schulpflichtiger Kinder und ohne Partner, zu bereisen, also fing ich einfach an zu recherchieren und zu planen. Meine ersten Steps lest ihr im nächsten Blogbeitrag...

 

Learnings:

  • Verschaffe Dir Zeit und Raum um Veränderungsprozesse in Gang zu bringen und neue Wünsche und Ziele zu definieren, zu visualisieren und positiv in deinem Mindset zu verankern
  • alleine Reisen ist sehr bewusstseinserweiternd  und empfehlenswert
  • Jedes Ende ist ein Neuanfang
  • Je größer die Herausforderung, desto größer das Wachstumspotential 
  • Out of comfort zone bringt Dich zu amazing
  • Hab Vertrauen in Dich und in Deine Kinder
  • Alles was du brauchst, trägst Du in Dir 

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